Im Rahmen seiner Sommertour besuchte Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Bündnis 90/Die Grünen) den Waldkindergarten Schönau, um sich über das Konzept und den pädagogischen Alltag der Einrichtung zu informieren.

Empfangen wurde Katzenstein von Leiterin Jana Schur, die gemeinsam mit der Erzieherin Radka Path und dem Auszubildenden Jean-Pierre Schwind, der kurz vor dem Abschluss steht, den Alltag gestaltete. Zum Team gehört außerdem eine Integrationskraft, die am Besuchstag jedoch nicht im Einsatz war. Träger der Einrichtung ist der Postillion e.V., ein gemeinnütziger Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Rhein-Neckar-Kreis, im Landkreis Karlsruhe und an der Bergstraße. Im Waldkindergarten werden aktuell 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut; an diesem Tag waren urlaubsbedingt neun Kinder anwesend.

Nach einer kurzen Einführung führte Schur den Abgeordneten über das Gelände. Neben einem Bauwagen mit Holzofen und einem überdachten Tisch bietet der Kindergarten vor allem eines: großzügige Natur- und Spielflächen. Der Besuch begann mit dem Morgenkreis, gefolgt von einem Rundgang über das Gelände, das durch Markierungen im Wald klar begrenzt ist. Diese wurden an diesem Tag gemeinsam mit dem Abgeordneten erneuert, denn Gemeinschaft wird im Waldkindergarten großgeschrieben: Alle packen mit an und Aufgaben werden verteilt. Anschließend präsentierten einige Kinder stolz ihren selbstgebauten Barfußpfad, der wetterbedingt jedoch ungenutzt blieb. Zurück am Bauwagen las Katzenstein mehrere Geschichten vor und leitete anschließend ein Spiel aus seiner eigenen Kindheit an.

„Die Kinder lernen nicht nur Gemeinschaftsgefühl und Selbstständigkeit, sondern auch, Verantwortung füreinander und für ihre Umwelt zu übernehmen – das hat mich wirklich beeindruckt“, betonte er.

Besonders wichtig ist dem Waldkindergarten-Team, dass jedes Kind unabhängig von seinen Voraussetzungen willkommen ist und teilnehmen kann. Die Integrationskräfte werden jeweils passgenau auf den individuellen Bedarf eines Kindes abgestimmt und wechseln daher, wenn ein Kind die Einrichtung verlässt. So kommen mit neuen Kindern auch neue Integrationskräfte hinzu, deren zeitlicher Umfang sich je nach Unterstützungsbedarf unterscheidet. Dennoch sind sich alle einig, dass sich die Erfahrung für Groß und Klein lohnt. Zum Gelände gehört außerdem ein kleines Hochbeet, das gemeinsam gepflegt wird.

„Kinder sollen von klein auf Natur und Nachhaltigkeit erleben, das ist ein wichtiger Teil von Bildung. Der Waldkindergarten zeigt, wie das mit Herz und pädagogischem Anspruch gelingen kann. Es freut mich sehr, dass wir in Schönau solch ein besonderes Angebot haben“, sagte Katzenstein abschließend.