Vom Hinfallen und wieder Aufstehen

Vorlesetag mit Lotta und MdL Hermino Katzenstein

Es regnet und ist matschig, genau das richtige Wetter zum draußen Spielen. „Herr Katzenstein, Herr Katzenstein!“ Die „Waldzwerge“ des Neckargemünder Waldkindergartens begrüßen den hohen Gast, der sie am Bundesweiten Vorlesetag besuchen kommt, freudig. „Ihr wisst ja schon wie ich heiße“, schmunzelt Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Grüne) und hilft mit, die Kinder aus den lehmverschmierten Matschhosen zu schälen. Schnell füllt sich der Bauwagen und ein Junge deutet auf eine Kinderbank: „Herr Katzenstein, da kannst du sitzen.“ 17 Augenpaare richten sich erwartungsvoll auf den Politiker. „Ich entscheide mit, welche Straße gebaut wird“, stellt der sich vor und zieht ein Buch aus seinem Rucksack. Es ist ein wunderschön bebilderter Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren mit dem Titel „Na klar, Lotta kann Rad fahren“. Denn, verrät Katzenstein: „Ich fahre selbst so gerne Fahrrad.“ Auf seine Frage, wo Lotta wohnt, kommt die Antwort prompt und unüberhörbar: „In der Krachmacherstraße!“

Der Abgeordnete liest die Geschichte von dem Mädchen Lotta, das sich zum fünften Geburtstag ein Fahrrad wünscht, vor und die Kinder sind ganz bei der Sache. Lotta hat Wünsche, sie hat ihren eigenen Kopf, fällt auch mal auf die Nase aber steht gleich wieder auf. Wer will sich damit nicht identifizieren?

Da ihr Wunsch zunächst enttäuscht wird, schleicht sich Lotta in den Schuppen der Nachbarin Tante Berg und „mopst“ deren Rad. Das ist viel zu groß für sie und Lotta weiß auch nicht, wie sie auf der abschüssigen Krachmacherstraße bremsen kann. So landet sie mit einem Satz über die Hecke in Tante Bergs dornigen Rosensträuchern. „Au!“ Die Kinder im Bauwagen verziehen die Gesichter und rufen: „Die blutet ja!“ Alle wollen sehen, wie die Nachbarin Lotta ein Pflaster aufs Knie drückt und Katzenstein kniet vor den Kindern im schummrigen Bauwagen und hält ihnen reihum das Buch vor die Nase, damit sie die Bilder betrachten können.

Am Ende bekommt Lotta dann doch ein passendes Kinderrad und feiert ihren Geburtstag mit Kuchen und Spaghetti. „Lecker!“, rufen die Kinder. Ein Knirps schreit „noch mal!“, doch stattdessen schreibt der Abgeordnete eine Widmung ins Buch und lässt es den Kindern da.

„Das war ja mal ein sehr netter Termin“, freut sich Katzenstein, der sichtlich viel Spaß mit den aufgeweckten und selbstbewussten Kids hatte.

Der Bundesweite Vorlesetag, eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung, findet seit 2004 jedes Jahr am dritten Freitag im November statt. Ziel des Aktionstages ist es, ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens zu setzen, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder möglichst früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen.

 

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Dasselbe Buch – ein anderer Ort …

In der Kita St. Josef in Eberbach:

„Guten Morgen liebe Bären, Pinguine, Katzen und Mäuse“, begrüßt Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein die Kinder. Die Gruppennamen haben es ihm angetan. „Wo ist ein Bär? Und wer ist Katze – ich heiße ja auch Katzen-stein“, schmunzelt er und stellt sich vor als Politiker. Das, erläutert er, sei jemand, der bei vielen Dingen mitentscheide, etwa wie schnell Autos auf einer Straße fahren dürfen oder wie viel Geld die Erzieherinnen bekommen.

Mit der ersten Kleingruppe und Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker „Na klar, Lotta kann Rad fahren“ zieht er sich in den Turnraum zurück. Er fahre selbst so gerne Fahrrad, verrät der Abgeordnete.

Die Kinder, die dem Abgeordneten anfangs noch brav aufgereiht gegenübersitzen, verlieren schnell ihre Scheu und drängen sich um ihn. Manche um die Bilder besser sehen zu können, andere um sich bemerkbar zu machen. Nur der Kleinste sitzt immer noch schüchtern auf seinem Platz. Katzenstein beugt sich zu ihm, damit auch er sehen kann, wie Lotta mit dem „gemobsten“ und viel zu großen Fahrrad die Krachmacherstraße hinuntersaust.

„Halt dich gut fest!“, sagt Lotta in dem Buch und meint ihr Kuscheltier, ein kleines Schweinchen, das sie Teddy nennt. Und dann fliegt sie auch schon durch die Hecke in Tante Bergs Rosenstrauch. Und was haben Rosen? „Ja genau, Dornen“, sagt Katzenstein und piekst mit dem Finger um sich. „Du hast aber was übergeblättert“, bemerkt ein aufmerksames Mädchen. Und dann zeigt es noch auf das Foto auf dem Einband. „Das ist die Frau, die sich das Buch ausgedacht hat, sie heißt Frau Lindgren“, erläutert der Abgeordnete.

Lotta jedenfalls bekommt nicht nur ein Pflaster aufs Knie, sondern am Ende doch noch ein passendes Kinderrad und außerdem ein großes Geburtstagsessen. „Spaghetti!“ rufen die Kinder begeistert.

Eine weitere Schar Kinder kommt mit Vorlesen an die Reihe, bevor sich alle wieder im Foyer versammeln. „Ich lasse euch das Buch da, dann könnte ihr es auch noch kennen lernen“, tröstet Katzenstein die Kinder, die nicht zum Zuge gekommen waren. Für die Kita dankt Liane Blum dem Abgeordneten und überreicht ihm die offizielle Urkunde des Bundesweiten Vorlesetages.

 

 

 

 

 

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