Nachhaltige Investitionen im Sinne des Klimaschutzes

Waibstadt hat beim Besuch des grünen Abgeordneten Einiges vorzuweisen

Waibstadt. Wie sieht es aus mit Klimaschutz, Verkehrsanbindung, schnellem Internet, Finanzen und Flüchtlingen in Waibstadt? Bei seinem Antrittsbesuch macht sich Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Grüne) bei einer Tour durch den Ort mit Bürgermeister Joachim Locher (parteilos) und Winfried Glasbrenner, Grüner Kreisrat und Ortsvorsteher von Daisbach, selbst ein Bild.

Der Bürgermeister spricht vom „eigentlichen ländlichen Raum“ und davon, dass es immer schwierig war, die Finanzierung hinzubekommen. Seit einigen Jahren aber sei in die Stadt viel investiert worden – und das ganz ohne Kreditaufnahme. Locher nennt den Neubau des Kindergartens und die energetische Sanierung des Schulzentrums mit Sport- und Schwimmhalle. Das Blockheizkraftwerk versorge den gesamten Komplex mit Strom und Wärme. Das Gas kommt über eine Leitung direkt von einem Landwirt aus Daisbach, der Mais aus eigenem Anbau, Gülle aus seiner Schweinemast und von umliegenden Höfen und Abfallstoffe aus der Lebensmittelindustrie in seiner Biogasanlage verwertet. Das Endprodukt der Vergärung bekommen die Landwirte als Dünger zurück.

„Ich sehe das als Grüner positiv“, betont Glasbrenner. Auch der Gemeinderat stehe einmütig hinter der regenerativen Energieversorgung. Zugleich räumt er ein, dass er Verständnis für Anwohner habe, die das Ansinnen des Landwirts, künftig mehr Fremdstoffe und weniger eigene Produkte einsetzen zu wollen, kritisch sähen.

Katzenstein betont: „Für mich ist klar, dass es sinnvoller ist, Reststoffe optimal zu verwerten als eigens angebaute Lebensmittel zu verheizen.“ Grundsätzlich sei diese Art der Kreislaufwirtschaft vorbildlich, um Umwelt, Ressourcen und Klima zu schützen und die Wertschöpfung im Ort zu halten, findet der Abgeordnete. Geruchsprobleme sollten durch Maßnahmen zum Immissionsschutz entschärft werden.

Viel Geld wurde übrigens auch in die Kläranlage gesteckt. Und das dürfte gut angelegt sein, denn auch aus Abwasser lassen sich Strom und Gas produzieren und Dünger herstellen.

Von Mitteln des Landessanierungsprogramms profitiert Daisbach, wo die Hauptstraße und die Grundschule mit Mehrzweckhalle flott gemacht werden. Dankbar zeigt sich der Ortsvorsteher für das Grundschulangebot im Ortsteil und „dass sich die Grundschüler nicht in den Bus setzen müssen“. Die kleine Schule – zwei jahrgangsübergreifenden Klassen mit je 15 Kindern und zwei Lehrerinnen – stammt von 1960. Die Sanierung ist beschlossene Sache – im Herbst soll es losgehen.

Auch beim Internet tut sich was. Im ersten Halbjahr 2017 soll das Backbone genannte Rückgrat des Glasfasernetzes im Gewerbegebiet Bruch ankommen. Von da aus wird ein Kabel nach Daisbach verlegt, wo viele Gebäude schlecht versorgt sind. In Waibstadt dagegen wolle sich überraschend die Telekom engagieren, berichtet Locher.

Und dann hat der Bürgermeister doch noch ein Anliegen: Es handelt sich um einen teilausgebauten Radweg, der vom Gewerbegebiet durch den Wald nach Daisberg verläuft – nur 500 Meter Asphaltdecke fehlen. Locher macht deutlich: Da hier die Kanalisation verläuft ist der Unterbau schon vorhanden und man könnte mit überschaubarem Aufwand einen Lückenschluss erreichen – und bei der Gelegenheit auch gleich die Leerrohre für den Breitbandausbau verlegen. Einen Förderantrag hat der Bürgermeister schon ans Land gestellt, jetzt wartet er auf die überfällige Antwort.

Hier will Katzenstein, der nicht nur passionierter Radfahrer, sondern auch Sprecher der Grünen Landtagsfraktion für Radverkehr ist, beim Verkehrsministerium nachhaken und dem Antrag zum Erfolg verhelfen.

 

 

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