Grüne Unterstützung für Main-Tauber

Verkehr und Bildung waren die Themen, die beim Besuch des grünen Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein in seinem Betreuungswahlkreis Main-Tauber im Fokus standen. Stationen der Tour waren die Verkehrs-Gesellschaft Main-Tauber in Lauda-Königshofen, ein Rathausbesuch bei Oberbürgermeister Udo Glatthaar in Bad Mergentheim und ein Besuch der Eduard-Mörike-Schule, einer Gemeinschaftsschule, ebenfalls in Bad Mergentheim.

Besuch der Verkehrs-Gesellschaft Main-Tauber

Beim Besuch der Verkehrs-Gesellschaft Main-Tauber (VGMT) wurde der Verkehrspolitiker begleitet von Kreisrat Rainer Moritz und den Kreisvorstandsmitgliedern der Grünen Birgit Väth und Thomas Tuschhoff. Der Verband ist ein Zusammenschluss von 13 Busunternehmen und der DB Regio AG. Ab kommendem Jahr wird er vollständig vom Landkreis übernommen.

Die Busse der VGMT befahren im Flächenlandkreis Main-Tauber ein enorm großes Netz von 900 Kilometern Länge mit 930 Haltestellen. Das Netz gehört seit 2003 zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Schon heute kann man mit einem Verbundfahrschein bis nach Würzburg fahren.

Der Landkreis als Träger des ÖPNV hat die Verkehrsleistungen ab dem kommenden Jahr neu ausgeschrieben. Bis auf fünf Linienbündel konnten bereits alle vergeben werden. „Dabei wird es einige wenige Fahrplanänderungen und teilweise neue Fahrzeuge geben“, versprach Geschäftsführer Thorsten Haas. „Auf den Hauptlinien werden fast ausschließlich Kategorie A-Fahrzeuge eingesetzt“. Diese Fahrzeuge müssen niederflurig sein und zum Ein-/Ausstieg eine Rampe oder einen Hublift mit direktem Zugang zur Sondernutzungsfläche haben, was besonders komfortabel und nutzerfreundlich für mobilitätseingeschränkte Menschen ist. WLAN gebe es, wo dies von den Neukonzessionären (z. B. Firmen Eisenhauer und Seitz) als Mehrqualität angeboten wurde sowie bei den vom Land geförderten Regiobuslinien.

Die VGMT bietet den an der Ausschreibung beteiligten Busunternehmen neue elektronische Fahrscheindrucker an. Mit diesen Bordrechnern können unter anderem Echtzeitdaten gesendet und verarbeitet werden. Dank der generierten Prognosedaten wird die Qualität in der Anschlusssicherung erhöht. Die Fahrgäste können die Ankunft ihres Linienbusses in der elektronischen Fahrplanauskunft nachvollziehen, mittels der VRN-App oder über dynamische Fahrgastinformationssysteme (DFI), die an den größeren zentralen Omnibusbahnhöfen eingerichtet werden sollen. Die Kosten für die DFI´s werden zur Hälfte vom Landkreis getragen. Man verstehe sich als Mobilitätsdienstleister, der integrierte Dienste vorhalten will, zum Beispiel auch Car- oder Bikesharing.

„Leider hat bisher noch keine Firma im Landkreis Interesse daran gezeigt, ihren Mitarbeitern ein VRN Job-Ticket anzubieten“, bedauerte Haas. „Enorme Vorteile hat der eTarif des VRN bei Strecken, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur über Umwege zurückzulegen sind“ berichtete Hermino Katzenstein, der selbst im VRN-Gebiet wohnt und jahrelang begeisterter Nutzer eines Job-Tickets war. Hierbei zahle man nur einen Grundpreis von 1,20 Euro pro Fahrt und 20 Cent pro Kilometer Luftlinie. Um den öffentlichen Verkehr zu fördern benötige man Park & Ride-Parkplätze sowie sichere Abstellplätze für teure Pedelecs und E-Bikes. „Solche Investitionen werden nach dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz ab einer Bagatellgrenze von 10.000 Euro gefördert“, so Katzenstein.

Die grünen Kommunalpolitiker diskutierten abschließend noch mögliche weitere Verbesserungen im Linienbusverkehr.

 

Chancen für die Stadtentwicklung von Bad Mergentheim

 Bad Mergentheim. Um sich vorzustellen und gegenseitig kennenzulernen stattete der Betreuungsabgeordnete der Grünen für den Main-Tauber-Kreis, Hermino Katzenstein MdL, Oberbürgermeister Udo Glatthaar einen Besuch im Rathaus ab. Dabei ging es dem Landespolitiker darum, die Anliegen der Stadt kennenzulernen. Begleitet wurde Katzenstein von den Stadträten Rainer Moritz und Thomas Tuschhoff sowie vom Ortsverbandsvorsitzenden Dietrich Grebbin.

Am meisten beschäftige ihn derzeit die Stadtentwicklung, betonte OB Glatthaar. Der erwartete Bevölkerungszuwachs müsse bewältigt werden. „Die größte Schwierigkeit ist die Ausweisung neuer Gewerbegebiete“, klagte der OB. Es sei zwar richtig, dass „dem Flächenverbrauch nicht Tür und Tor geöffnet werden darf“ und stattdessen die Binnenentwicklung vorangetrieben werden muss. Gleichwohl müsse die Stadt auch eine gewisse Vorratspolitik verfolgen, um neue Betriebe ansiedeln zu können.

Er habe im Kreistag den Vorschlag eines kreisweiten Fahrradwegebauprogramms gemacht, berichtete der OB. Es sei vor allem notwendig, um dem Radweg Liebliches Taubertal die Zertifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs ADFC mit fünf Sternen dauerhaft zu erhalten. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal, das es so in der gesamten Bundesrepublik nur noch ein weiteres Mal gebe, und komme den Tourismusbetrieben im Taubertal zugute. Deshalb untersuche seine Verwaltung zurzeit eine schönere und sicherere Alternativroute entlang der Tauber zwischen Edelfingen und Bad Mergentheim. Da dieser Radweg auch Bestandteil von RadNETZ BW ist, mit dem Alltagsradler ihre Ziele schnell und sicher erreichen sollen, „wird dieser Radwegbau vom Land vorrangig und ohne Fristbindung finanziell gefördert“, betonte Hermino Katzenstein, „ich will mich gerne für diesen Lückenschluss im Radwegenetz einsetzen“.

Die zweite kritische Stelle befindet sich laut Oberbürgermeister zwischen Igersheim und Markelsheim. Dort ist der Weg zwar idyllisch, jedoch zu schmal und gefährlich für die Zertifizierung durch den ADFC. Die Alternativroute entlang der Landesstraße hätte aber längst nicht die Qualität für die Radtouristen wie die gegenwärtige – auch weil sie nicht mehr durch den Weinort Markelsheim führt, der Fahrradtouristen einiges zu bieten hat.

Die neuen Verkehrsverträge auf der Franken- und der Tauberbahn brächten zwar Angebotsverbesserungen. Zukünftig wird es aber keine sechs, sondern täglich nur noch zwei umsteigefreie Zugverbindungen zwischen Bad Mergentheim und Würzburg geben. Darauf wiesen die grünen Stadträte Rainer Moritz und Thomas Tuschhoff hin. Die Fahrgäste werden gezwungen, in Lauda umzusteigen, was die Gefahr eines Anschlussverlusts birgt. Darin sehen die Grünen eine Verschlechterung für die Stadt. Einen interessanten Lösungsvorschlag brachte hierzu MdL Katzenstein ein. „Auf der Tauberbahn zwischen Aschaffenburg und Crailsheim genügt eventuell eine Teilelektrifizierung, um dennoch mit elektrischen Zügen fahren zu können“, berichtete er. Es gebe inzwischen batterieelektrische Züge, die zwar immer wieder einen Fahrdraht zum Aufladen brauchen, aber zwischen 20 und 40 Kilometer lange Strecken auch ohne Oberleitung fahren können. Das senke die Kosten für die Elektrifizierung und erhöhe damit die Chance auf Realisierung. Um elektrisch von Bad Mergentheim nach Würzburg fahren zu können ist es ohnehin nur nötig, die sieben Kilometer ohne Oberleitung bis zum Bahnhof in Königshofen zu überbrücken.

Ein Herzensanliegen von OB Udo Glatthaar ist die Bewerbung um eine Landesgartenschau in den Jahren 2026 bis 2032. Er sieht darin eine große Chance dafür, die Stadtentwicklung voranzubringen und wünscht sich hierfür die Unterstützung des Landes.

Mit der zuständigen Finanzministerin Edith Sitzmann ist OB Glatthaar darüber hinaus zu diversen Bad Mergentheimer Themen in Kontakt. Er habe die Ministerin bereits zu einem Besuch nach Bad Mergentheim eingeladen. „Wenn Sie mit der Finanzministerin über Bad Mergentheim sprechen, laden Sie mich bitte dazu ein, um Sie zu unterstützen“ bat Hermino Katzenstein. Der passionierte Rennradfahrer will in jedem Fall wieder in der Kurstadt Station machen und an der 656 Kilometer langen Reformationsradtour am 29. Juni, die von Bretten nach Wittenberg führt, teilnehmen.

von links: Thomas Tuschhoff, Rainer Moritz, MdL Hermino Katzenstein, OB Udo Glatthaar und Dietrich Grebbin

 

Landtagsabgeordneter von Gemeinschaftsschule beeindruckt – sehr hohe Zufriedenheit bei Schülern und Eltern

Bad Mergentheim. „Es macht hier viel Spaß und wir haben gute Regeln“, meinte ein Schüler der Eduard-Mörike-Schule. „Es gibt keine Hausaufgaben“ und „Ich werde nicht mehr geärgert wie in meiner vorigen Schule“ fügten zwei Schülerinnen auf die Frage von Hermino Katzenstein hinzu, wie sie ihre jetzige Schule bewerten. Der grüne Landtagsabgeordnete besuchte in Begleitung der Stadträte Sylvia Schmid und Thomas Tuschhoff sowie des Ortsverbandsvorsitzenden Dietrich Grebbin die Eduard-Mörike-Schule, die seit diesem Schuljahr als Gemeinschaftsschule geführt wird.

Die hohe Zufriedenheit von Schülern und Eltern mit dieser, als verbindliche Ganztagsschule organisierten neuen Schulform konnte die Schulleiterin Nicole Floeder mit einem Umfrageergebnis belegen. 97 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass ihre Kinder „gern“ oder sogar „sehr gern“ in die Schule gehen und Freude am Lernen haben. Neu am Konzept der Gemeinschaftsschule ist, dass unter anderem individuell gelernt wird. Die Schüler können in jedem Unterrichtsfach auf einem anderen Leistungsniveau arbeiten. Mit ihrem persönlichen „Lern-Coach“ vereinbaren sie wöchentlich Lernziele, die im nächsten Einzelgespräch wieder beleuchtet werden. Es gibt den Mindest-, Regel- und den Expertenstandard. Dies entspricht dem Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau. Auf diese Weise können die Schüler ihre unterschiedlichen Begabungen und Vorlieben optimal nutzen.

Viele Lerninhalte in Deutsch und Mathematik erarbeiten sich die Lernenden in der neu gestalteten Lernwerkstatt selbstständig. Bei Fragen können sie sich an ihre Lernbegleiter wenden. Die Pädagogen stellen die erforderliche Lernumgebung für das individuelle Lernen bereit. Aus den unterschiedlichen Materialien wie Arbeitsblätter, Bücher, Lehrfilme, Apps oder Spiele können sich die Schüler diejenigen frei wählen, mit denen sie die vereinbarten Lernziele am besten erreichen. Jeder kann somit den Lernkanal nutzen, der ihm am meisten entspricht.

Dies bedeutet für die Lehrer im Unterschied zum klassischen Frontalunterricht aber sehr viel mehr Vorbereitungsaufwand. Nicole Floeder ist stolz darauf, dass sie engagierte junge Kolleginnen und Kollegen hat, die diese Mehrarbeit bereitwillig leisten, weil sie vom Konzept der Gemeinschaftsschule überzeugt sind. Dieses Engagement sei entscheidend für den Erfolg der Gemeinschaftsschule. Es müsse aber auch dafür gesorgt werden, dass diese jungen Kollegen auf Dauer nicht ausbrennen. „Vom hohen Engagement und der Begeisterung der jungen Lehrkräfte“ zeigte sich jedenfalls auch MdL Hermino Katzenstein tief beeindruckt.

Die Schule erfährt normalerweise nicht, welche Schulempfehlung die Kinder von der Grundschule erhalten haben. Beim Tag der offenen Tür meldeten sich jedoch Elternpaare, die ihre Kinder mit Gymnasialempfehlung bewusst an der Eduard-Mörike-Schule anmelden wollen, weil sie von deren Konzept überzeugt sind, vor allem von der Möglichkeit auf unterschiedlichen Niveaustufen in einem verbindlichen Ganztagsschulbetrieb lernen zu können. Katzenstein wertet diese Entscheidung von Eltern als „eine Bestätigung für das Konzept der Gemeinschaftsschule“.

In der Eduard-Mörike-Schule werden derzeit auch drei Inklusionskinder mit besonderem Förderbedarf unterrichtet. Sie sind voll integriert, eines davon ist zum Klassensprecher gewählt worden. Bei der Inklusion unterstützt wird die Schule von einer Kollegin aus der Förderschule. Ab dem kommenden Schuljahr wird außerdem eine Gymnasiallehrkraft das Lehrerteam der Eduard-Mörike-Schule ergänzen.

Mike Braun und Stefanie Schnupp, die beide in der fünften Klasse der Eduard-Mörike-Schule unterrichten, bestätigten den guten Lernerfolg der Kinder. Auch sie selbst sind mit den neuen Unterrichtsmethoden zufriedener als zuvor. Ungerecht finden sie jedoch, dass sie für die gleiche Arbeit verschieden bezahlt werden. Wer als Realschullehrer in einer Gemeinschaftsschule tätig ist, bekommt mehr Geld als die Hauptschullehrer.

Nach ihren Wünschen an die Landespolitik gefragt meinte Schulleiterin Nicole Floeder, „dass sich die Bedingungen nicht verschlechtern dürfen“. Man brauche jetzt die nötige Ruhe, um das Konzept der Gemeinschaftsschule umsetzen zu können. Der Klassenteiler solle nicht erhöht und die Stellenzahl nicht reduziert werden. Gleichzeitig seien Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Hermino Katzenstein, der vor seiner Abgeordnetentätigkeit Personalratsvorsitzender der Universität Heidelberg war, nahm diese Wünsche verständnisvoll auf, ohne etwas versprechen zu können.

An die Bad Mergentheimer Stadträte gerichtet äußerte Frau Floeder den Wunsch, dass das Treppenhaus freundlicher und heller und die Außenfassade freundlicher gestaltet werden möge. Wenn man in Zukunft auch körperbehinderte Schülerinnen und Schüler aufnehmen wolle, würde das Gebäude noch einen Aufzug benötigen.

Die Delegation der Grünen bedankte sich abschließend für die aufschlussreiche Führung und zeigte sich beeindruckt vom hohen pädagogischen Engagement des Teams der Eduard-Mörike-Schule.

von links: Sylvia Schmid, Stefanie Schnupp, Mike Braun, MdL Hermino Katzenstein, Nicole Floeder und Dietrich Grebbin

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