Bei Bürgermeisterin Tanja Grether in Neckarbischofsheim

Vorbildliches Engagement der Flüchtlingshilfe und gewünschte Radwegverbindung nach Bad Rappenau

Hat es nach dem Hochwasser mit der Soforthilfe des Rhein-Neckar-Kreises geklappt? Wie hoch sind Verschuldung und Gewerbesteuereinnahmen? Als Kreisrat und Gemeinderat in Neckargemünd kennt Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Bündnis 90/Die Grünen) die kommunalen Sorgen, aber auch die Auf- und Ausgaben des Kreises. Beim Antrittsbesuch in Neckarbischofsheim informiert er sich bei Bürgermeisterin Tanja Grether über die örtlichen Themen.

 

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Zu schmal für einen kombinierten Fuß- und Radweg? Hermino Katzenstein begutachtet die Situation für Radfahrer in Neckarbischofsheim

So fragt er nach der Situation am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium, wo für 164 Schüler*innen nur fünf Eingangsklassen gebildet wurden. Die Bürgermeisterin zeigt sich erfreut über den großen Zulauf. „Das liegt bestimmt nicht nur am G9.“

Bei einer ersten Bürgerveranstaltung zur Stadtentwicklung war für das Areal der ehemaligen Stadthalle der Wunsch nach einem Bürgersaal, einer Tagespflegeeinrichtung, einem Kindergarten und einem Zebrastreifen diskutiert worden. Beim Tempo 30 macht Katzenstein der Stadt mit Blick auf den jüngsten Kabinettsbeschluss Mut: „Wenn Sie beim Regierungspräsidium auf Granit beißen kann es helfen, wenn der Abgeordnete einen Brief schreibt.“

Als weiteren „heißen“ Wunsch nennt die Bürgermeisterin eine gute Radverbindung für Pendler nach Bad Rappenau. In Obergimpern, das zum Landkreis Heilbronn gehört, stünden Beschluss und Finanzierung für einen neuen Radweg entlang der Bahnlinie bereits. „Die warten nur auf uns“, so Grether. Hier ist Katzenstein ganz in seinem Element. Er lässt sich den Ordner mit dem Titel Kreisradnetz Rhein-Neckar-Kreis geben, durchforstet die Unterlagen und studiert die Pläne. Der gewünschte Radweg findet sich hier im so genannten „Zielnetz“, das sind Strecken, die erst in fünf bis sechs Jahren realisiert werden sollen. Er fragt nach dem genauen Verlauf der geplanten Verbindung und den voraussichtlichen Baukosten und weist auf Fördertöpfe des Landes für den Radwegeausbau hin. „Da machen wir uns schlau“, verspricht Katzenstein.

Auch das Klimaschutzkonzept des Gemeindeverwaltungsverbandes Waibstadt interessiert ihn. „Das Thema Verkehr taucht nicht auf, das muss auf jeden Fall mit dabei sein“, fordert er.

Tanja Grether, Hermino Katzenstein, Heidrun Fritsch und Dirk Hartkopf

Tanja Grether, Hermino Katzenstein, Heidrun Fritsch und Dirk Hartkopf

In der Gemeinschaftsunterkunft des Rhein-Neckar-Kreises in der ehemaligen Strumpffabrik erwartet sie Dirk Hartkopf, Vorstand der Flüchtlingshilfe Neckarbischofsheim, zusammen mit den Sozialarbeiterinnen Heidrun Fritsch und Birgitta Hamacher vom Landratsamt. Der Abgeordnete kann sich vom guten Zustand des frisch renovierten Gebäudes überzeugen, dessen Eigentümer sogar Netzwerkkabel verlegt und zur Begrüßung ein Bild von Kanzlerin Merkel aufgehängt hat. Die ersten Familien sind am 6. Juni eingezogen.

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Dreißig Mitglieder hat der Helferkreis. „Patenschaften müssen wachsen – man ist gerade dabei, sich kennen zu lernen“, berichtet Hartkopf. Eine Familie aus dem Irak ist in einem geräumigen Raum untergebracht. „Sie sprechen sehr gut deutsch“, sagt Katzenstein zu dem Familienvater und fragt ihn, ob er seinen Asylantrag schon gestellt hat und ob die Kinder zur Schule gehen.

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Als begeisterter Radfahrer lässt sich der Abgeordnete auch den Fahrradschuppen zeigen, der noch viel Platz bietet und zur Fahrradwerkstatt ausgebaut werden soll. Er will Mitglieder des ADFC Kreisverbandes fragen, ob sie den Bewohnern, vor allem den Kindern und Jugendlichen, beibringen können, wie sie selbst ihre Räder überprüfen und reparieren können. Ein Verkehrssicherheitstraining wäre auch sinnvoll, regen die Sozialarbeiterinnen an.

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„Ich bin sehr angetan wie das hier läuft, da kenne ich ganz andere Unterkünfte“, freut sich Katzenstein. Er dankt den Aktiven der Flüchtlingshilfe in Person von Dirk Hartkopf für ihr Engagement und entschuldigt sich, dass er sich aus zeitlichen Gründen nicht selbst einbringen kann. Und das, sagt er augenzwinkernd, obwohl er seit dem Neujahrsempfang der Stadt, als ihm der Vorsitzende einen Aufnahmeantrag unter die Nase gehalten habe, selbst Mitglied sei.

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