26. Mai – von Triest nach Rijeka

Heute wird es besonders spät, bevor wir loskommen und das kommt so: Zuerst müssen wir die zwei Pakete, die wir zu Annalisa und Carl mit Ersatzklamotten und diversen anderen Goodies gepackt haben, entpacken und entscheiden, was wieder zurück geschickt wird. Schließlich packen wir wieder zwei Pakete, eines soll zurück nach Deutschland gehen, das andere nach Sizilien in die Ferienwohnung. Danach trinken wir noch gemütlich den guten Kaffee, den Annalisa uns gemacht hat. Und dann gehen wir zur Post. Dort stehen wir eine Stunde an, um dann die Auskunft zu bekommen, unsere Pakete mit der Aufschrift DHL könnten von der italienischen Post keinesfalls verschickt werden. Wir müssten sie entweder einwickeln oder neue Verpackungen kaufen. Dran sind wir aber immer noch nicht, vielmehr hat sich eine nette Triestinerin für uns erkundigt und entschuldigt sich „mi dispiace – siamo in Italia“. Wir entschließen uns, dass wir nicht mehr warten wollen und die Pakete aus Slowenien verschicken werden.

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So ganz genau überlegt hatten wir das aber doch nicht, – Hermino schleppt jetzt 11 kg mehr durch die Gegend und wir finden erst nach über 20 km eine slowenische Post – und diese 20 km führen bis auf eine kurze Abfahrt (ca. 70 Höhenmeter herunter) durchgehend bergauf. Direkt von Triest führt eine Steige erstmal ca. 350 Meter hoch und Hermino legt mit seinen 25 kg Gepäck ein Tempo vor, startet mit ca. 17 km/h den Berg hoch – ich fürchte, das wird sich noch rächen. Ich komme zwar gerade noch mit, aber oben bin ich nass, als käme ich aus der Dusche. Später finden wir einen Radweg auf einer alten Bahntrasse, der sehr regelmäßig mit 2,7% ansteigt und wunderschön ist. Allerdings ist er geschottert und mit Felsgestein versetzt und daher mit unseren schmalen Reifen und dem Anhänger nur mit Anstrengung befahrbar. Die unbeleuchteten Tunnel sind für Mountain-Bereifung sicher auch leichter zu meistern. Mir geht es aber recht gut, während Hermino etwas stöhnt.

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Als  wir schließlich in Kozina eine Post finden, verschicken die Slowenen unsere Pakete jedenfalls ohne Beanstandung – das einzige Problem ist die Sprachhürde, denn niemand im Postbüro spricht ein Wort englisch, deutsch oder italienisch. Aber das Unterfangen gelingt dennoch. Und wir haben wieder einigermaßen Glück: Es sind Gewitter angesagt, der größte Schauer geht herunter, während wir in der Post Pakete verschicken. Aber es ist kalt und klamm und nach der Pause fallen mir die extrem vielen Wellen schwer. Heute fahren wir auf den ersten 3/4 der Strecke immer mindestens drei Höhenmeter hoch für einen, den es bergab geht. Dazu kommt die extrem befahrene Straße, die einzige gute Verbindung hier zwischen Slowenien und Kroatien ohne Istrien zu umfahren. Die Straße ist schmal und die Laster lang, die Fahrer nicht immer geduldig. Ich klettere nur noch langsam und bin froh, als wir hinter Rupa endlich wieder auf eine Nebenstraße ausweichen können. Da steigt auch die Laune wieder. Anders als geplant, umfahren wir dann Rijeka nicht, denn in den kleinen Orten, die wir durchfahren, findet sich zwar regelmäßig eine Bar oder ein Restaurant, aber keine einzige Bank. Also fahren wir in die Stadt und finden dort das „Botel Marina“, ein Hotel auf einem alten Schiff, sehr schön gestaltet und nettes, freundliches Personal.

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80 km 1200 hm

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