20. Mai – Vrsić

Unser sehr freundlicher Hüttenwirt Mili wurde gestern abend noch durch seine Frau Jola abgelöst. Heute morgen steht schon das Hüttenfrühstück auf dem Tisch: Käse und Salami, Cornflakes und Joghurt, guter brauner Zucker, sowie zwei große Kannen: einmal Jugendherbergsteee und einmal ein sehr süßer Kaffeeersatz. Wir begnügen uns mit dem Tee und bestellen noch einmal zwei Capuccino dazu – den gibt es hier oben und er ist ganz hervorragend.

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[„Haustürschild“ der Hütte, Gemeinschaftsraum, Blick aus unserem Hüttenzimmerfenster]

Anschließend machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Spica, einem nahe gelegenen Gipfel. Ein steiler Pfad überbrückt zunächst die ersten zwei Kehren der Straße zum Vrsić-Pass, führt dann aber weiter westlich in die Berge. An der ersten Höhe angekommen, weht der Wind eisig, die letzten Schneeplatten sind noch nicht ganz abgeschmolzen.

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Der Pfad führt uns wieder herunter in einen windgeschützten, etwas morastigen Bereich. Es tröpfelt, aber wir lassen uns nicht verdrießen. Erstaunlich viele verschiedene kleine Blümchen (rosa, lila, gelb, weiß, grünlich, knallblau) begegnen uns und auch sonst eine reiche Vielfalt an Pflanzen. Hermino entdeckt sogar „Spargel“. Die Nadelgehölze kriechen allerdings hier überwiegend schon, nur ein paar dünne Bäumchen schaffen es aufrecht. Alma, jetzt brauche ich wieder Hilfe – welche sind es?

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Nach Überwindung einer kleinen Anhöhe führt der Weg an einer steilen, teilweise senkrecht abfallenden Wand entlang. Ich bin nicht ganz schwindelfrei und darf während des Laufens nicht heruntergucken, trittsicher muss man sich hier jedenfalls bewegen. Wir sind nochmal überrascht von der Bergwelt und den Ausblicken hier.

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Schließlich erreichen wir eine Hochebene mit ein paar Wasserlöchern und gleich darauf die Spitze des Spica auf 1909 m: Sie ist wirklich spitz und man steht dort sehr hoch und alleine mitten in diesem erstaunlichen Gipfelkonzert.

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Auf dem Rückweg fängt es dann an, in Strömen zu regnen, wir werden klitschnass und sind froh nach knapp drei Stunden wieder in unserer warmen Hütte, 400 m unterhalb des Spica, anzukommen. Wir bestellen Capuccino und bekommen zwei Stück Apfelstrudel geschenkt – es ist zuviel da, die Gäste bleibem bei dem Wetter aus. Wir sind die Einzigen.

Das ändert sich aber noch, Franz, ein österreichischer Wanderer kommt noch an. Er hat eine ähnliche Tour vor wie wir – von seiner Heimat Graz läuft er mit großem Rucksack bis nach Rom. heute hat er 2200 hm bergauf und 1300 bergab bewältigt. Respekt! Und schließlich treffen auch noch zwei junge Männer mit großen Rucksäcken ein. Sie sind etwas enttäuscht, denn sie haben nur ein paar Tage Zeit, haben einen ersten Wanderversuch im Tal der sieben Seen wegen Schnee und Gefahren abbrechen müssen und sind heute im Regen und Nebel den Vrsić heraufgelaufen.

 

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3 Kommentare

  1. Christine

    Ihr Lieben HHs, habe in einem Rutsch alles gelesen, was Ihr bisher berichtet habt, oooooch toll, bitte immer weiter schreiben!
    Ich fahre in Gedanken mit, schlürfe jeden Capucchino mit Euch und tatsächlich tut mir doch auch der Oberscheekel weh. Viel Glück weiterhin, dicke Küsse und die Bilanz von mir heute Pfingstsonntag:
    55 Km 20Hm Mosbach – Neckargemünd Pedelec die anderen 4 Mutfahrerinnen hatten nur Muskelkraft.
    Ich merke schon, dass ich besser dabei bin, den durch das Verweilen auf 3500 Metern in Peru geht jetzt hier Niederland alles einfacher.

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