17. Juni – von Taormina nach Acireale

Da wir heute nur etwa 40 km vor uns haben, lassen wir es etwas langsamer angehen. Nachdem wir von Taormina leider die falsche Straße für die Abfahrt gewählt haben (sehr steil und mit unglaublich schlechtem Straßenbelag) fahren wir noch einmal ein Stückchen zurück Richtung Messina, um uns jedenfalls von außen die „Bell’isola“ anzusehen, eine der Sehenswürdigkeiten Taorminas, bestimmt schon 1 Mio mal geknipst und jetzt auch von uns. Die winzige Insel ist mit einer ebenso winzigen Landzunge mit dem Festland verbunden – ganz nett, das so besonders Großartige sehe ich nicht so recht. Ganz in der Nähe sehen wir Boote in die so genannte blaue Grotte (grotta azzurra) einfahren – nicht zu verwechseln mit der blauen Grotte bei Capri. Die Höhle soll in einem besonderen Licht erstrahlen und ist auch ein beliebtes Taucherziel. Alles kann man aber nicht machen.

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Als wir Taormina dann an der Küste passieren, kommen wir auch am legendären London-Paris-Taormina-Bahnhof vorbei. Der Bahnhof selbst ist gut in Schuss, aber alles Andere, nur so wenige Meter vom Touristenstrom entfernt, verfällt ziemlich.

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Der anschließende Weg nach Acireale birgt so seine Herausforderungen. Wir fahren teilweise zwar auf der Superstradale weiter, was auch ganz gut geht, teilweise versuchen wir aber auch andere Wege zu finden. Ein besonders schöner kleiner, anfangs geteerter Weg meiner bikemap-Route führt uns hierhin (siehe Bilder). Ich kämpfe mich durch, aber das wird diesmal nichts, obwohl wir ja im Überbrücken von Unwegsamkeiten schon Einiges geleistet haben. Hermino entdeckt einen anderen Weg direkt am Strand, der sich als entsprechend sandig erweist und auch wieder einmal eine Flüsschen-Überquerung einschließt. Am Ende dieses wenig befahrenen Strandwegs findet sich aber eine Ampel, die es erlauben soll, eine  kleine Brücke zu queren.

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Bei der Weiterfahrt stoßen wir zum ersten Mal auf einen Radweg an der Küste entlang, der tatsächlicha auch von Radlern befahren wird, in beide Richtungen, Jogger nutzen ihn auch, Schwellen und andere Hindernisse sind inklusive, aber immerhin. Leider endet er nach wenigen Kilometern recht abrupt.

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Der Ätna oder Mongibello, wie er hier heißt wird immer präsenter. Unsere ersten Versuche, ihn im Bild einzufangen, gelingen wenig. Wir stellen fest, dass Basalt hier das Baumittel der Wahl ist und viele Mauern und auch Häuser entsprechend dunkel wirken. Schilder weisen darauf hin, dass bei vorhandener Vulkanasche nur 20 km/h gefahren werden darf, Fahrrad- und Motorradfahren ist dann verboten.

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 Nach Acireale geht es am Schluss noch einmal 200 Meter bergauf und natürlich in der Mittagshitze. Ich kämpfe mit der Steigung und der Hitze – es geht mir wenig gut. Zu allem Überfluss habe ich vergessen, mich einzucremen, das erste Mal und mit erheblichen Folgen im Gesicht und an den Armen. Erkältet bin ich inzwischen auch – sicherlich, weil ich mir in der Hitze dauernd Wasser über Kopf und Hemd gieße und es doch häufiger etwas windig ist. Das trübt ein wenig die Begeisterung darüber, dass wir in unserem sizilianischen Zielort angekommen sind. Und die nächsten Tage sind dann auch von Erschöpfung und leichter Erkrankung geprägt. Schade, aber nach einer so langen und anstrengenden Reise auch kein Wunder. Die Unterkunft ist okay und eigentlich für vier Personen gedacht – wir sind froh, dass wir nur zu zweit sind, denn das zweite Zimmer hat kein Tageslicht. Acirelae aber ist ein sehr netter, wenig touristischer Ort, Kontrastprogramm zu Taormina, 50.000 Einwohner/innen – im nächsten Beitrag berichten wir noch ein wenig dazu.

 

45 km, 350 Hm

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