Radverbindung nach Heidelberg vor dem Durchbruch

Er hat viele Jahre in Heidelberg-Rohrbach gewohnt und ist selbst begeisterter Radfahrer. Daher kennt Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Grüne) die reizvolle Strecke, die vom Bergfriedhof in Heidelberg am Hang entlang durch ruhige Wohngebiete und Weinberge bis zur Leimer Straße führt ebenso wie den folgenden Abschnitt entlang der viel befahrenen Rohrbacher Straße in Leimen mit umständlichen und teils gefährlichen Querungen aus eigener Erfahrung.

Beim HeidelbergCement Technology Center in Leimen trifft er sich mit Vertretern der Städte Leimen und Heidelberg zum Pressetermin. Wie er selbst sind die meisten mit dem Rad gekommen und schieben es nun den Oberklamweg hinauf bis zu der Stelle, wo die Anlage eines Weges zu erahnen ist. Die Stadt Leimen hat HeidelbergCement einen Streifen entlang der Grundstücksgrenze abgekauft. Hier soll nach dem Willen der Städte Heidelberg und Leimen mit dem Lückenschluss am Hang zwischen Leimer Weg und der wenig befahrenen Geheimrat-Schott-Straße eine durchgehende und attraktive Radverbindung entstehen, die keine Querung der Rohrbacher Straße mehr erfordert.

Freizeitradler und Pendler wie der Leimener Bauamtsmitarbeiter Michael Sauerzapf sehnen diese Verbindung schon seit vielen Jahren herbei, doch immer hakte es irgendwo.

Laut Sauerzapf könnte mit dem Lückenschluss eine Radverbindung bis zum südlichen Ortsausgang von Leimen geschaffen werden. Von da aus gebe es eine gute Verbindung westlich der früheren B3 nach Nußloch. „Für Pendler wäre das eine wichtige Verbindung, auch zur SAP und den Heidelberger Druckmaschinen“, bemerkt Sauerzapf. Außerdem habe die Strecke als Teil des Odenwald-Madonnen-Radwegs auch touristische Bedeutung.

„Wir waren 2008 schon nah dran, hatten die Gemeinderatsbeschlüsse von Leimen und Heidelberg, die Förderzusage – es fehlte damals nur ein Grundstück“, erzählt Sauerzapf. Jetzt scheint der Durchbruch bevorzustehen, doch die Bewilligung des gemeinsamen Förderantrags lässt auf sich warten.

Katzenstein, der Sprecher seiner Fraktion für Radverkehr und Mitglied des Vorstands des ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg ist, hat in Erfahrung gebracht, dass der Antrag vom Regierungspräsidium in Karlsruhe noch nicht positiv beschieden wurde, weil die Planer eine Radwegführung über die Rohrbacher Straße bevorzugen.

Auch der Abgeordnete hält die beantragte Variante vor allem aufgrund eines rechten Winkels bei der Unterführung der L 600 für nicht optimal, macht sich aber dennoch für diese Lösung stark. „Lieber eine nicht optimale Radwegverbindung als gar keine.“ Die Kurve bei der Unterführung müsse durch geeignete Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie besser einsehbar sei, regt er an.

Die Rohrbacher Straße Richtung Heidelberg biete sich derzeit jedenfalls nicht an. „Ich sehe keine Möglichkeit, da eine Radverkehrsführung hinzubekommen“, macht Katzenstein deutlich. Denn da auch die Straßenbahntrasse hier verläuft, reiche der Straßenquerschnitt nicht aus.

„Ich unterstütze die beantragte Variante und werde meine Kanäle nutzen und Druck machen“, verspricht der Abgeordnete.

Leimens Oberbürgermeister Hans Reinwald ist mit dem städtischen E-Bike gekommen. Er spricht von einem wichtigen Mosaikstein für die Radverbindung zwischen Leimen und Heidelberg. Man sollte bei kombinierten Geh- und Radwegen nicht auf den Zentimeter achten, sagt er und ermuntert den Abgeordneten, er möge sich im Landtag für mehr Flexibilität bei den Vorgaben einsetzen. Dasselbe Problem wie auf der Rohrbacher Straße gebe es übrigens auf der St. Ilgener Straße. Der Radverkehr werde immer wichtiger, sagt Reinwald und ergänzt: „Wir setzen da sehr stark auf Sie.“

Heidelbergs Bau- und Verkehrsbürgermeister Jürgen Odszuck betont die enge Verflechtung der beiden Städte. Radfahrer schätzten geradlinige und höhengleiche Wege, aber auch landschaftlich attraktive Strecken. Für ihn schließt das Eine das Andere nicht aus und so spricht er sich dafür aus, jetzt die Verbindung am Hang herzustellen und wenn es später möglich werden sollte eine zusätzliche Trasse an der Rohrbacher Straße zu schaffen.

„Ich hoffe, wir treffen uns bald mit dem Spatz in der Hand“, sagt er.

 

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