Dietrich Hassmann, Jasmin Hassmann, Hermino Katzenstein und Horst Rehfuss

Genossenschaft betreibt Fahrradgeschäft mit eigenem Dienstrad-Konzept

Abgeordneter Katzenstein informiert sich über Konzept und Angebot der Bikeage eG

Bammental. Mit dem Fahrrad kann es beim Thema Klimaschutz kein anderes Verkehrsmittel aufnehmen, weiß Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein, selbst begeisterter Radfahrer. Durch die Pedelecs vergrößern sich zudem die Reichweite, der Nutzerkreis und damit die Bedeutung des Fahrrads als tägliches Verkehrsmittel auch für Pendler. Dienstfahrräder auf Leasingbasis boomen und die Radbranche als Wirtschaftsfaktor gewinnt an Fahrt. Für Katzenstein Grund genug den Fahrradläden in seinem Wahlkreis einen Besuch abzustatten.

Im Fahrradgeschäft Bikeage in Bammental trifft er sich mit Dietrich Hassmann, einem der Gründer der gleichnamigen Genossenschaft, der kaufmännischen Geschäftsführerin Jasmin Hassmann und Horst Rehfuss vom Ortsverband der Bammentaler Grünen.

Hermino Katzenstein: Was ist das Besondere an Bikeage?

Dietrich Hassmann: Die Bikeage eG hat eine ungewöhnliche Gesellschaftsform gewählt. Die eingetragene Genossenschaft wurde 2012 aus einem Runden Tisch für Verkehr heraus gegründet und hat nicht die Gewinnmaximierung im Blick, sondern will die Verkehrswende vor Ort voranbringen. Die jährliche Prüfung durch den baden-württembergischen Genossenschaftsverband gibt den Initiatoren und Investoren die Sicherheit, dass ihre Einlagen und Darlehen gut angelegt sind. Zudem arbeitet die BIKEAGE eG dadurch bankenunabhängig.

Katzenstein: Außer Fahrräder verkaufen – was tun Sie für nachhaltige Mobilität?

Jasmin Hassmann: Seit Ende 2012 gilt das Dienstwagenprivileg in ähnlicher Weise auch für Fahrräder und E-Bikes. Mit „flat4bike“ hat Bikeage ein eigenes System entwickelt, das auf mieten statt leasen basiert. Ein Mietvertrag hat den Vorteil, dass er jederzeit kündbar ist und viele Serviceleistungen umfasst. Das bietet Arbeitnehmern enorme Vorteile gegenüber dem Direktkauf. Die SRH Schulen GmbH ist bereits Kunde, einige Gemeindeverwaltung in der Region, LAMY in Heidelberg, die Volksbank Kurpfalz und viele kleine und mittelständige Unternehmen im Rhein-Neckar-Kreis.

Horst Rehfuss: Vergleichbar zum Carsharing gibt es inzwischen ja auch Bike-Sharing …

Dietrich Hassmann: Ja, auch wenn das Dienstradkonzept nicht zum Tragen kommen kann, weil es z.B. der Tarifvertrag nicht zulässt, kann jeder bei uns günstig mieten. Dazu bietet BIKEAGE drei Leih-Pedelecs sowie Lastenräder und motorisierte Schwerlastanhänger an. Bei der Vermietung handelt sich um eine Kooperation mit „Rückenwind“, einem Projekt von Ökostadt Rhein-Neckar. Den Ökostrom dazu liefern die Stadtwerke Heidelberg und die Süwag.

Katzenstein: Das Sharing-Konzept ist nachhaltig und zukunftsweisend. Das Verkehrsministerium hat daher Förderprogramme für E-Bikes in öffentlichen Verleihsystemen aufgelegt. Außerdem fördert es E-Lastenräder für den gemeinschaftlichen, gewerblichen oder gemeinnützigen Einsatz mit bis zu 4000 Euro…

Hassmann: Wir haben jetzt unser erstes Lastenrad mit dem ‚carla cargo‘-Schwerlastanhänger an einen Steinmetz in Heidelberg verkauft. Ich fahre damit vollbeladen z.B. nach Gaiberg hoch – und wieder zurück. Das ist unglaublich wie gut das geht. Der Anhänger hat eine Auflaufbremse so dass man nicht von seiner eigenen Ladung überholt werden kann. Immer mehr Unternehmen stellen auf E-Lastenräder und E-Fahrradanhänger um, z.B. setzt „Dirks Biokiste“ nach und nach auf E-Lastenräder.

Katzenstein: Was lässt sich noch über Bikeage sagen?

Hassmann: Im E-Bike-Bereich ist Bikeage einer der führenden Anbieter im Rhein-Neckar-Kreis. Die Kunden schätzen die zentrale Lage mit Parkplätzen. In der ehemaligen Zigarrenfabrik gibt es zwei Werkstätten, die dritte bauen wir gerade aus. Dazu stellen wir uns dieses Jahr erstmals unserer Verantwortung, für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen und haben einen Ausbildungsplatz für Zweiradmechatroniker eingerichtet. Wir haben über 3000 Kunden in unserer Kartei und gerade ist unser Digitalisierungsprojekt ‚EasyService‘ angelaufen, um den Service zu erleichtern und zu beschleunigen.

Katzenstein: Wie viele Mitarbeiter*innen hat Bikeage?

Wir haben drei Mechaniker, die regelmäßig auf Fortbildung gehen, sowie zwei Kolleginnen und einen Kollegen im Verkauf. Dazu kommen die Gründer, die ehrenamtlich in ihrer Freizeit mitarbeiten und zeitweise verstärken wir uns mit Teilzeitkräften.

Katzenstein: Wenn ich im Wahlkreis unterwegs bin, nehme ich meist mein Rad mit in die S-Bahn. Für die letzten Kilometer von der Haltestelle zum Ortstermin bräuchte ich ein Rad, mit dem ich entspannt und unverschwitzt ankomme. Was können Sie mir empfehlen?

Hassmann: Natürlich ein Pedelec, mit dem es auch bergauf leicht geht. Wir haben Markenfahrräder aus deutscher Produktion von Herstellern wie Riese & Müller aus Weiterstadt , Haibike und Winora aus Schweinfurt und coboc aus Heidelberg im Sortiment.

Katzenstein: Kann ich mein Fahrrad individuell zusammenstellen und gestalten lassen, zum Beispiel mit Wunschfarbe und Sonnenblume unterm Lack?

Hassmann: (lacht) Ja, das ist bei einigen Modellen möglich. Die Lieferzeit beträgt aber vier bis sechs Wochen.

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